Hallescher FC

Die Soziales-Betreuungswerk gGmbH ist ein offizieller Sponsor des Hallescher FC.
Hier finden sie regelmäßig Spielberichte der Heimspiele des HFC:



37. Spieltag HFC - Aalen

Das letzte Heimspiel einer Saison bietet immer die Gelegenheit, sich von altgedienten Spielern zu verabschieden, die keinen neuen Vertrag bekommen. Die Fans des Halleschen FC taten das am Sonnabend vor dem 3:1-Sieg gegen den VfR Aalen mit besonderer Klasse. Sie hatten eine Choreografie für Patrick Mouaya auf die Beine gestellt, die erstligareif war. Ein Porträt des Kongolesen, dazu ein Abschiedsgruß in seiner Muttersprache – die Fans dankten dem 31-Jährigen dafür, dass er sieben Jahre lang die Knochen hingehalten hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Mouaya hat wegen eines Kreuzbandrisses ein Jahr lang kein Spiel mehr gemacht.

Auch deshalb wird mit ihm nicht mehr geplant. Dieser vorletzte Spieltag der Saison war ein Schaulaufen potenzieller Abgänge. Vielleicht hat Marco Engelhardt das letzte Mal das HFC-Trikot getragen. Vielleicht Sascha Pfeffer auch. Und Selim Aydemir weiß auch noch nicht, ob er auch noch ab 1. Juli angestellter Fußballer in Halle ist. Die drei machen keinen Hehl daraus, dass sie gerne bleiben würden. Bei Engelhardt, 35, und Pfeffer, 29, ist es im höheren Sportleralter wohl auch der Wunsch nach Kontinuität. Beim 25-jährigen Aydemir hängt das Herz am Verein. Seit 2009 spielt er, unterbrochen durch Engagements beim Chemnitzer FC und VfR Aalen, für Halle.

Es stand allen dreien und ihren Bemühungen, ein Angebot zur Vertragsverlängerung zu bekommen, gut zu Gesicht, dass sie im letzten Heimspiel der Saison trafen. Marco Engelhardt glich den frühen Rückstand (12.) per Kopf aus (33.). Sechs Minuten später knallte Sascha Pfeffer den Ball mit links, Schusskraft und Präzision sehenswert in die Maschen. Und kurz nach der Pause verwertete Aydemir einen Hereingabe von Osayamen Osawe zum 3:1-Endstand. Der quirlige Offensivspieler machte nicht nur wegen seines Tores ein starkes Spiel. Er war immer anspielbar und versprühte Spielwitz. Wohl keinem Spieler hat der Wechsel auf der Trainerbank so gut getan, wie Selim Aydemir. Unter Stefan Böger kam er meistens nur als Joker. Seit Rico Schmitt vor dreieinhalb Wochen übernahm, ist der Deutschtürke in der Startelf gesetzt.

Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass der HFC Selim Aydemir kein Vertragsangebot machen wird. Schmitt scheint auf ihn zu bauen. Bleibt die Frage zu beantworten, ob der Trainer den Sportlichen Leiter Stefan Böger davon überzeugen kann. Böger war bis vor dreieinhalb Wochen als Trainer noch dafür verantwortlich, dass Aydemir auf der Bank schmorte. Nach dem Spiel, im Interview mit dem MDR, äußerte sich Selim Aydemir im „Alles-ist-möglich-Sprech“ zu den Vertragsverhandlungen: „Es wird sich zeigen, wie sich die kommenden Wochen entwickeln.“

Er, Marco Engelhardt, Sascha Pfeffer und einige andere haben noch zwei Pflichtspiele Zeit, um für sich zu werben. Am kommenden Sonnabend tritt der Hallesche FC am letzten Spieltag der 3. Liga auswärts gegen Hansa Rostock an. Am 18. Mai kommt es dann im heimischen Erdgas Sportpark im Landespokalfinale zum Aufeinandertreffen mit Ligakonkurrent 1. FC Magdeburg.



35. Spieltag HFC - Osnabrück

Es ist schon immer wieder erstaunlich, mit welch traumwandlerischer Sicherheit es wieder und wieder funktioniert: Mannschaft spielt schlecht und holt keine Punkte, Trainer muss gehen. Neuer Trainer kommt, Mannschaft spielt gut und holt Punkte. Vor zwei Wochen sah es beim Halleschen FC ziemlich düster aus. Das 1:2 gegen den Chemnitzer FC war das siebte Spiel in Folge, das der HFC nicht gewonnen hatte. Plötzlich musste ernsthaft am Klassenerhalt gezweifelt werden. Stefan Böger, damals noch Trainer, gab sich kämpferisch. „Jetzt werden wir es in Köln wieder versuchen, und danach wieder, bis wir die nötigen Punkte erreicht haben. Wir werden auch in der nächsten Saison wieder in der 3. Liga spielen.“ Böger sollte recht behalten: Nur hatte er damit nur noch am Rande zu tun.

Der Verein entschied sich wenige Tage nach der Chemnitz-Pleite für einen Trainerwechsel. Eigentlich sollte Rico Schmitt erst im Sommer auf Böger folgen. Doch der nicht für möglich gehaltene Negativ-Lauf erforderte Handlungsbedarf. Stefan Böger ist seither Sportdirektor. Und Rico Schmitt darf man seit vergangenem Sonnabend als Architekt des Klassenerhalts des Halleschen FC bezeichnen. Eine steile, weil erst kurze Karriere.

Das Gebäude HFC stand unter Böger, der selbst erst im Spätsommer 2015 für den nach acht Jahren entlassenen Sven Köhler gekommen war, augenscheinlich sicher. Doch die malade Statik, sprich die Stimmung in der Mannschaft, hatte den HFC ins Wanken gebracht. Das Rezept des 47-jährigen Schmitt ist simpel: Ihm gelang es in wenigen Tagen, ein Wir-Gefühl in der Mannschaft zu entfachen. Das führte zu einem verdienten 2:0-Auswärtssieg gegen Fortuna Köln bei Schmitts Debüt. Auf das nun ein etwas glücklicher, aber nicht unverdienter Heimerfolg gegen den VfL Osnabrück folgte.

Bezeichnend für den Einfluss Schmitts bei diesem knappen Triumph war, dass mit Ivica Banovic ausgerechnet ein Spieler zum Matchwinner wurde, der kein Vertragsangebot bekommt. Banovic spielt also nicht um seine Zukunft beim HFC, er spielt aktuell nur für die Zukunft des HFC. Er tat es mit großem Einsatz und Zauberfuß. In der 30. Minute wurde er 20 Meter vor dem Tor gefoult, der 35-Jährige legte sich den Ball selbst zurecht und schnippelte ihn dann platziert ins Tor. Osnabrücks Schlussmann Marvin Schwäbe wirkte so, als hätte er den Ball halten können. Zur Freude Banovics, Schmitts und aller HFC-Anhänger tat er es aber nicht.

„Der Trainer hat es geschafft, dass wir im Hier und Jetzt denken“, sagte Banovic dem MDR, „nicht was wäre, wenn oder was war. Es zählt immer nur der nächste Pass, die nächste Aktion.“ So einfach kann Fußball-Philosophie sein. Rico Schmitt freute sich, dass der Funken so schnell übergesprungen war. Von ihm auf die Mannschaft. Und von der Mannschaft auf die Fans. „Nur zusammen“ stand auf vielen der T-Shirts, die HFC-Anhänger trugen. Da war es, das Wir-Gefühl, das der Verein gebraucht hatte. Und zwar so schnell wie möglich. Die Schmitt-Kur hat ihre Wirkung voll erzielt: Der Hallesche FC darf sich drei Spieltage vor dem Saisonende mit neun Punkten Vorsprung und einem deutlich besseren Torverhältnis als die Teams in der Abstiegszone als gerettet betrachten.



33. Spieltag HFC - Chemnitzer FC

Der Fußball ist bekannt dafür, interessante, spannende und auch komische Geschichten zu schreiben. Manchmal alles auf einmal. Wie beim Spiel des Halleschen FC gegen den Chemnitzer FC. Interessant war das Spiel nicht nur, weil es ein Derby war. Auf der Bank des CFC saß mit Sven Köhler schließlich der Trainer, der acht Jahre lang für den HFC tätig war, ehe er im Spätsommer 2015 wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde. Halles Anhänger empfingen Köhler freundlich. Seine Rückkehr hatten sie sich freilich anders vorgestellt. Denn: Der Chemnitzer FC fügte dem Halleschen FC eine schmerzhafte 1:2-Niederlage zu.

Halles aktueller Trainer Stefan Böger, der auf Köhler folgte und der ab kommenden Sommer die Position des Sportdirektors beim HFC übernehmen wird, brachte es mit seiner Analyse gegenüber dem MDR auf den Punkt: „Das Spiel war eine klare Situationsbeschreibung des momentanen Zustandes beider Mannschaften. Der CFC eilt von Erfolg zu Erfolg und wir sind erfolglos.“ So erfolglos, dass in Halle die Angst vor dem Abstieg immer größer wird.

Es war in der ersten Halbzeit eine Partie ohne große Höhepunkte, weil beide Teams darauf bedacht waren, die Defensive zu stärken. Kurz nach der Pause ging es Halle aber zu schnell. Der CFC kombinierte sich geschickt durch die Abwehr, Daniel Frahn ließ alle Gegner hinter sich und traf aus kurzer Distanz zur Chemnitzer Führung (48.). Halle, mit sechs sieglosen Punktspielen arg gebeutelt, schlug der Rückstand aufs Gemüt. Als sich die Gastgeber gerade aufrappelten, legte Chemnitz das 2:0 nach. Tim Danneberg konnte ungehindert zum 2:0 einköpfen, Halles Defensive sah in dieser Szene nicht Drittliga-tauglich aus (68.).

Es keimte noch einmal Hoffnung auf, als Stefano Cincotta einen Handelfmeter verursachte und mit Rot vom Platz flog. Halles Kapitän Marco Engelhardt vergab den Elfer, aber Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ die Ausführung wiederholen. Diesmal traute sich Ivica Banovic und verkürzte (1:2, 82.). Das Spiel wurde so noch einmal spannend und die eingewechselten Tobias Müller und Timo Furuholm hatten Chancen zum Ausgleich, es blieb aber beim 1:2. Halle ist nun also seit sieben Spielen ohne Sieg und hat fünf Spieltage vor dem Saisonende nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

Der scheidende Trainer und baldige Sportdirektor Stefan Böger gab sich kämpferisch: „Jetzt werden wir es in Köln wieder versuchen, und danach wieder, bis wir die nötigen Punkte erreicht haben. Wir werden auch in der nächsten Saison wieder in der 3. Liga spielen.“ Sven Köhler, der bis vor vier Spielen mit Chemnitz selbst große Sorgen hatte, kann mit dem vierten Sieg in Folge und dem Anwachsen des Vorsprungs auf den ersten Abstiegsplatz auf acht Punkte entspannter in die nächste Trainingswoche gehen. Bei aller Freude darüber, schien dem Ex-Trainer Halles Absturz der letzten Wochen aber nicht egal zu sein. „Ein bisschen Traurigkeit ist da schon da. Der HFC schien ja schon sicher durch zu sein vor fünf, sechs Wochen. Aber ich denke, die Mannschaft hat das Potenzial und wird es am Ende auch schaffen. Und dafür drücke ich auch die Daumen“, sagte Köhler.



30. Spieltag HFC - Mainz II

Stefan Böger ist unverwüstlich. Der 49-jährige Trainer des Halleschen FC bleibt seiner Linie treu, allem etwas Gutes abzugewinnen. Drei Spiele in Folge hatte seine Mannschaft zuletzt nicht gewonnen. Gegen die FSV Mainz 05 kam es zum Duell im Niemandsland der 3. Liga. Soll heißen: Besonders hoch war der Druck deshalb nicht. Damit konnte man den lauwarmen Auftritt Halles aber nicht erklären. 1:1 ging die Partie aus, aber Böger dachte gar nicht daran, sein Team öffentlich zu kritisieren. „Im Hinspiel waren wir chancenlos, das war diesmal nicht so“, sagte er, „das ist ja auch eine Entwicklung.“

Vielleicht konnte man Bögers Nachsicht auch damit erklären, dass er die Mannschaft krankheitsbedingt auf mehreren Positionen umstellen musste. Mit Jonas Acquistapace und Stefan Kleinheismann fiel die komplette Innenverteidigung grippebedingt aus. Dass hinten die Abstimmung fehlte, wurde immer wieder sichtbar. Mainz gelang es häufig, Lücken zu reißen, die Gäste machten aber zu wenig daraus. Lucas Höler hätte frühzeitig das 1:0 erzielen müssen, schob den Ball aus dreizehn Metern aber am Tor vorbei.

Es war nicht so, dass Halle gar nicht stattfand. Die Gastgeber boten den 5575 Zuschauern im Erdgas Sportpark zwar wenige Höhepunkte, aber es gab sie. Einer war ein guter Angriff von Toni Lindenhahn und Sören Bertram. Bertrams Flanke konnte aber nicht verwertet werden. Max Barnofsky und Marcel Baude hatten gute Möglichkeiten mit Distanzschüssen, die aber beide Male knapp am Tor vorbeigingen. In Barnofskys Fall war es folgenschwer, der 21-Jährige hatte sich bei dem Schuss eine Muskelverletzung zugezogen und musste ausgewechselt werden. Wermutstropfen für das Talent, dass kurz vor dem Spieltag seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hatte.

Ein typisches 0:0 war es, beide Mannschaften wollten den Zuschauern dann aber doch wenigstens ein paar Tore zeigen. Die Gastgeber machten den Anfang. Nach einer Bertram-Ecke stand Dorian Diring im Strafraum goldrichtig und nickte den Ball in die Maschen (1:0, 58.). Die Freude währte aber nur kurz. Nur fünf Minuten nach dem Führungstreffer antwortete Mainz 05 in Person von Devante Parker mit dem Ausgleich. Der 19-Jährige bekam sträflich viel Platz im Strafraum und traf mit links durch die Beine von Schlussmann Fabian Bredlow.

Mehr gab es zu diesem Spiel nicht zu sagen, außer dass der HFC nun also seit vier Spielen auf einen Sieg wartet. Platz zehn, mit neun Punkten Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsplatz und acht Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Grauer Liga-Alltag. Das Unentschieden gegen Mainz wertete Torschütze Diring als „zwei verlorene Punkte“. Stefan Böger wird nochmal mit dem kleinen Franzosen sprechen müssen. Zu kritische Äußerungen in der Öffentlichkeit mag der HFC-Trainer nicht.



28. Spieltag HFC - Würzburg

Ein gebrauchter Tag. So musste man das Dienstagabend-Spiel des Halleschen FC beschreiben. 1:3 unterlag der HFC den Würzburger Kickers vor heimischem Publikum. Nach vier Spielen ohne Niederlage stand Halle also erstmals wieder ohne Zähler da.

Die Niederlage gegen Würzburg ging in Ordnung. Aus mehreren Gründen. Halle spielte nicht so zielstrebig wie zuletzt. Kamen die Gastgeber gefährlich vor das Tor, wurde der Ball aber nicht in eben jenem untergebracht. Würzburg war spielerisch nicht unbedingt die bessere Mannschaft, die Gäste nutzten aber die sich bietenden Möglichkeiten eiskalt. Während Tobias Müller und Sören Bertram aus hallescher Sicht zwei gute Möglichkeiten ungenutzt ließen, war es auf der Gegenseite Joannis Karsanidis, der Würzburg in Führung brachte. Der Ball prallte vom Pfosten direkt zum Würzburger Angreifer, der aus sieben Metern Torentfernung keine Probleme hatte (36.). Kurz darauf hatte es Toni Lindenhahn auf dem Fuß, den HFC zurück ins Spiel zu bringen. Seinen Schuss, nach Vorarbeit von Osayamen Osawe, hielt Würzburgs 38-jähriger Torwart Robert Wulnikowski stark.

Im zweiten Durchgang kamen dann neben der schwachen Chancenverwertung noch Pech und zeitweise Unvermögen hinzu. Zunächst das Pech: Nejmeddin Daghfous schoss einen Freistoß aus knapp 25 Metern an Halles Sören Bertram, der in der Mauer stand. Von dort kullerte der Ball genau in die entgegengesetzte Richtung, in die sich Halles Torwart Fabian Bredlow bewegt hatte (0:2, 51). In dieser Szene hatte Bredlow nichts zu halten, anders war es in der 64. Minute. Wieder war es ein Würzburger Distanzschuss, der aber diesmal nicht abgefälscht war. Rico Benatellis Versuch war nicht sonderlich hart, auch nicht sonderlich platziert – Bredlow flutschte der Ball dennoch durch die Finger. Vom Innenpfosten rollte die Kugel dann hinter die Torlinie. 0:3, das Spiel war gelaufen. Daran änderte auch Stefan Kleineheismanns Treffer zum 1:3 in der 71. Minute nichts mehr.

„Wir haben heute nicht unser fußballerisches Können gezeigt, sondern so gespielt wie Würzburg“, beschrieb Fabian Bredlow das Hauptproblem des HFC an diesem Tag. Die Gegentore seien „unglücklich“ gewesen: „Und dann verliert man eben so ein Spiel.“ HFC-Kapitän Tim Kruse fand die Anfangsphase bezeichnend für die gesamte Partie. „Wir haben zu Beginn klarste Chancen, treffen aber nicht. Und hinten hauen wir uns die Dinger dafür fast selbst rein“, sagte er. Dass nicht der große Kampf zu sehen war, lag in der Entstehung vor allem der Gegentore zwei und drei begründet. „Das war nicht gerade aufbauend“, fand Kruse.

Nicht aufbauend waren die vergangenen beiden Spiele für die, zwar kleinen, aber dennoch vorhandenen Aufstiegshoffnungen des Halleschen FC. Mit dem unbefriedigenden 1:1 gegen den Vorletzten VfB Stuttgart II am letzten Freitag und der Niederlage gegen Würzburg am Dienstag, fehlen fünf wichtige Punkte. „Abhaken“, sagte Tim Kruse. Nicht zu den Aufstiegsambitionen, sondern zu den Leistungen zuletzt. „Gegen Erfurt müssen wir zeigen, dass es nur Ausrutscher waren“, so Kruse. Halle ist am kommenden Sonnabend bei Rot-Weiß Erfurt zu Gast.

Bis zum Spiel gegen den Chemnitzer FC sind es noch viereinhalb Wochen. Die Partie hat am Mittwoch aber noch an Besonderheit gewonnen: Sven Köhler hat das Traineramt vom zuletzt erfolglosen Karsten Heine übernommen. Köhler war vor seinem Engagement beim CFC über acht Jahre Trainer des Halleschen FC, ehe er nach schwachem Saisonstart im August 2015 entlassen wurde.



26. Spieltag HFC - Großaspach

Spiel eins nachdem bekannt wurde, dass Stefan Böger in der kommenden Saison nicht mehr Trainer, sondern Sportdirektor des Halleschen FC sein wird. Und besser hätte es für den 49-Jährigen nicht laufen können. Seine Mannschaft bot eine klasse Leistung und das mit der SG Sonnenhof Großaspach gegen ein Team, das um den Aufstieg mitspielt. 4:1 setzte sich der HFC durch. Böger schwärmte: „Das war ein hochattraktives Fußballspiel, ganz brisant, leidenschaftlich von beiden Seiten geführt, mit offenem Visier. Chancen hüben und drüben und am Ende ein Sieg, der vielleicht das eine Tor zu hoch ausgefallen ist. Aber mit dieser Power Fußball zu spielen gegen ein Topteam der Liga, das aufsteigen will, a la Bonheur.“

Es war ein bemerkenswerter Auftritt des Halleschen FC, auch wenn im ersten Durchgang Großaspach viele gute Chancen hatte. Doch Fabian Bredlow im halleschen Kasten reagierte mehrfach hervorragend. Für Halle hätte Toni Lindenhahn schon frühzeitig treffen müssen, doch der Publikumsliebling semmelte den Ball aus fünf Metern über das Tor. Mit etwas Glück aber auch jeder Menge Willen sorgte schließlich Tim Kruse für die HFC-Führung. Der Kapitän setzte Großaspachs Schlussmann Kevin Broll in dessen Sechzehner so unter Druck, dass Broll die Nerven verlor und ohne Über- oder Weitsicht nach vorn schoss – genau an das Hinterteil von Kruse. Der Ball trudelte hinter die Torlinie (36.).

Tim Kruse hatte noch gar nicht richtig ausgejubelt, da unterlief ihm prompt der Fehler zum Ausgleich. Max Dittgen köpfte den Ball mutterseelenallein aus drei Metern ins Tor (37.). Ärgerlich für die Gastgeber, die aber nicht geschockt reagierten. Stattdessen zündete der HFC im zweiten Durchgang ein Offensivfeuerwerk ab. Stefan Kleineheismann war der Nutznießer nach einer Standardsituation in der 61. Minute. Der Verteidiger behauptete den Ball im Fünfmeterraum und drosch ihn unter die Latte zur halleschen 2:1-Führung. Nur sechs Minuten später spielte Halle einen astreinen Konter, an dessen Ende Sören Bertram sicher vollendete. Und weil Osayamen Osawe bei so viel Spielfreude nicht zu kurz kommen wollte, legte er in der 75. Minute das 4:1 nach. Und wie: Der Engländer überlief einen Verteidiger mit Leichtigkeit und hatte dann das Auge für einen platzierten Flachschuss.

Die Mannschaft feierte den ersten Heimsieg des Jahres ausgelassen. Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen – vier davon gegen Aufstiegsaspiranten – hat der Hallesche FC eine Duftmarke gesetzt. Nach 26 Spieltagen stehen 36 Punkte auf der Habenseite. Nach unten sollte nichts mehr anbrennen. Nach oben ist der Abstand mit sieben Punkten auf den Aufstiegs-Relegationsplatz nicht gerade in Reichweite. Aber schwimmt der HFC weiter auf der Euphoriewelle, könnte es vielleicht noch einmal interessant werden. Der Verein gab vor einigen Tagen bekannt, dass man – für den Fall der Fälle – auch die Unterlagen für die 2. Bundesliga beim DFB abgegeben hat.



24. Spieltag HFC - Dresden

Ein Punkt der sich wie ein Punkt anfühlt – das war das 0:0 des Halleschen FC gegen die SG Dynamo Dresden. Ein Unentschieden gegen das Spitzenteam der 3. Liga, da hatte es HFC-Trainer Stefan Böger mit seiner Einschätzung natürlich leicht. „Du hast zwei Möglichkeiten, gegen Dresden zu spielen“, begann der 49-Jährige seine Ausführungen, „du kannst passiv spielen und darauf warten, dass du irgendwann das erste Gegentor bekommst. Wir haben die andere Variante gewählt.“ Eine knackige Ansage, die verdeutlichen sollte, dass Halle sich trotz des schwachen Starts im neuen Jahr, mit den Niederlagen gegen den 1. FC Magdeburg (1:2) und den SV Wehen Wiesbaden (0:1), dem Ligaprimus nicht wie das Kaninchen vor der Schlange entgegenstellte.

Halle begann mutig, ging früh drauf und hatte durch Osayamen Osawe nach acht Minuten die erste gute Möglichkeit. Tobias Müller hatte den perfekten Pass in die Schnittstelle gespielt, Osawe verzog mit rechts aber deutlich. Eine zweite sehr gute Möglichkeit ging von Osawe aus. Der Stürmer setzte sich in der 19. Minute rechts durch und passte gut auf Sören Bertram. Dessen Direktabnahme ging aber einen Meter am Tor vorbei.

So herrlich und selbstbewusst Bögers Spruch auf der Pressekonferenz wirkte, verschloss er aber die Augen vor den anderen hochkarätigen Chancen im ersten Durchgang. Und die hatten allesamt die Gäste. Justin Eilers hätte in der neunten Minute das 1:0 erzielen müssen, er schoss aber völlig ungedeckt drüber. Der Dresdner, mit 15 Toren gemeinsam mit Magdeburgs Christian Beck Toptorjäger der 3. Liga, vergab auch in der 23. Und 26. Minute gute Möglichkeiten. Beide Male war die hallesche Abwehr nicht auf der Höhe. Kurz vor der Pause hatte dann Aias Aosman eine weitere Hundertprozentige auf dem Fuß, doch auch er drosch den Ball acht Meter vor dem Tor drüber. Dresdens Trainer Uwe Neuhaus sprach bei der Pressekonferenz sogar von „Tausendprozentigen“, die seine Mannschaft liegen ließ.

Im zweiten Durchgang waren die Torraumszenen nicht mehr so zahlreich wie in Hälfte eins, weil Halle besser verteidigte. Das Positivste an diesem Nachmittag war für den HFC sicher, alles in die Waagschale geworfen zu haben. Stefan Böger blieb bei seiner Taktik, die Nullnummer aus hallescher Sicht schöner zu reden, als sie war: „Hätten wir die eine oder andere Kontermöglichkeit besser zu Ende gespielt, wäre mehr möglich gewesen.“

Mehr als den Punkt hatte Halle aber nicht verdient. Da war der Leistungsunterschied dann doch zu groß. Doch mit dem engagierten und kämpferischen Auftritt sollte sich der HFC Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geholt haben. „Dass wir jetzt 30 Punkte gesammelt haben, ist für die Köpfe der Spieler wichtig. Jetzt nehmen wir neue Ziele in Angriff“, sagte Böger. Am kommenden Sonnabend ist Halle auswärts gegen Preußen Münster gefordert, eine Woche später steht das nächste Heimspiel an, Gegner ist dann die SG Sonnenhof Großaspach.

Uwe Neuhaus freute sich nur bedingt über den 50. Punkt, den seine Mannschaft geholt hatte. Weiterhin ziehen die Sachsen einsam ihre Kreise an der Spitze. „Die Ursache, dass wir nur einen Punkt geholt haben, lag an uns“, sagte der Dynamo-Trainer. Stefan Böger war da anderer Meinung.



22. Spieltag HFC - Magdeburg

Ein Bild, das den Halleschen FC und seine Anhänger wie ein Schlag in die Magengrube traf: Der 1. FC Magdeburg feierte in Halles Erdgas Sportpark mit den mitgereisten Fans den 2:1-Auswärtssieg. Nach dem Hinspiel-Erfolg (ebenfalls 2:1) also der zweite Derbysieg für das Team aus der Landeshauptstadt, das sich damit auf den vierten Platz der 3. Liga verbessert. Der HFC rutscht hingegen auf Platz neun ab.

Halles Trainer Stefan Böger hatte kurz nach dem Schlusspfiff alle seine Spieler versammelt. Es war keine Standpauke, sondern ein Mut machender Appell. „Das Ergebnis spiegelt in keiner Weise das Ergebnis wieder. Wir haben vieles richtig gemacht“, sagte Böger. Das Problem war die Torausbeute. Fand auch Halles Offensivmann Selim Aydemir: „Wir hatten die besseren Chancen. Schade das wir das Ding nicht reingemacht haben.“

Der HFC hatte nach drei Minuten schon die erste gute Möglichkeit, als Osayamen Osawe vom Zuspiel Aydemirs etwas überrascht war. Doch nur zwei Minuten später schlug der 1. FC Magdeburg zu: Halle bekam den Ball nicht geklärt und plötzlich stand Sebastian Ernst völlig blank vor Torwart Fabian Bredlow und schoss unhaltbar zum 1:0 für die Gäste. Die Partie spielte sich in der Folge vor allem im Mittelfeld ab. Der nächste nennenswerte Torschuss brachte den Ausgleich. Eigentlich sah es nicht so aus, als könne Toni Lindenhahn den Ball gefährlich aufs Tor bringen. Doch der Hallenser schaute ganz genau hin, schoss den Ball flach und platziert ins lange Eck. Drei Minuten vor der Pause hätte er nachlegen müssen. Der 25-Jährige luchste Michel Niemeyer den Ball ab und rannte allein auf FCM-Keeper Jan Glinker zu. Lindenhahns Schuss stellte den Schlussmann aber vor keine großen Probleme.

Im zweiten Durchgang blieb die Partie spannend, aber ohne große Höhepunkte. Selim Aydemir hatte eine sehr gute Möglichkeit, ihm versprang jedoch der Ball. Osawe hatte zudem in einer Szene nicht das Auge für seine gut mitgelaufenen Mitspieler. In der 67. und 68. Minute zeigte Halle dann aber Unsicherheiten. Erst verlor Marco Engelhardt gegen Marius Sowislo im Duell der Kapitäne den Ball, Sowislo vertändelte diesen dann aber. Halle brachte sich aber wenige Sekunden später erneut selbst in die Bredouille, als Torwart Fabian Bredlow ein Zuspiel folgenschwer misslang. Der Ball landete bei Sebastian Ernst, der beherzt in den Strafraum lief und trocken mit links ins lange Eck traf. Ein Doppelpack für den Neuzugang, der im Winter von der zweiten Mannschaft von Hannover 96 nach Magdeburg gewechselt war – die FCM-Fans waren verständlicherweise sofort verliebt in den 20-Jährigen. „Wir hatten ihn schon länger beobachtet und sind froh, dass er bei uns ist. Er hat schon eine sehr gute Vorbereitung gespielt“, lobte FCM-Trainer Jens Härtel.

Härtel war glücklich, dass seine Mannschaft da weitermachen konnte, wo sie im Jahr 2015 aufgehört hatte. „Es ist ein sehr, sehr gutes Gefühl“, sagte er. Auf Platz vier stehend, werden bei manchen schon die Töne lauter, es ginge vielleicht etwas in Richtung Zweitliga-Aufstieg. „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, erteilte Härtel zu großer Euphorie eine Absage.

Beim HFC war man freilich überhaupt nicht euphorisch, jedoch kämpferisch. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir weiter an uns arbeiten. Wir haben nicht viel falsch gemacht“, sagte Stefan Böger. Dennoch bleibt das Ergebnis: Die zweite Derbyniederlage in einer Saison gegen den 1. FC Magdeburg.



4. Spieltag HFC - Wehen Wiesbaden

Mal wieder von der Schippe gesprungen – Sven Köhler ist unfeuerbar. Der Trainer des Halleschen FC hätte wohl um seinen Job bangen müssen, wenn auch nach vier Spieltagen noch kein Punkt auf der Habenseite gewesen wäre. Aber Hätte, Hätte, Fahrradkette – der HFC kann noch gewinnen. Und Köhler ist damit vorerst über jeden Zweifel erhaben. Halle siegte mit 3:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden, verließ die Abstiegsplätze und – vielleicht das wichtigste – tat es in beeindruckender Manier.

Die Spieler, die Köhler aufgeboten hatte, warfen das in die Waagschale, was die Fans sehen wollten. „Wir haben kämpferisch eine gute Antwort geliefert“, sagte Sören Bertram dem MDR. Dass Bertram vor den Fernsehkameras befragt wurde, hatte einen triftigen Grund. Aber dazu später. Die HFC hatte, mit Ausnahme der ersten zehn Minuten, in denen die Gäste durchaus hätten in Führung gehen können, schlicht und ergreifend die bessere Einstellung an den Tag gelegt. Je länger das Spiel dauerte, umso sicherer wurden die Spieler und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich das in Zählbarem wiederspiegelte.

In der 35. Minute war es schließlich soweit. Osayamen Osawe schien auf den ersten Blick mit seinem Schuss/Pass weder das Tor noch einen Mitspieler zu finden. Aber Florian Brügmann hatte gut antizipiert und überrumpelte den Wehener Schlussmann am zweiten Pfosten. Und weil Brügmann nun eben nicht der typische Torschütze beim Halleschen FC ist, sagte Sven Köhler nach dem Spiel eben genau das: „Florian Brügmann schießt ja nun auch nicht unbedingt jede Woche Tore.“ Der HFC-Trainer wollte damit unterstreichen, wie willig jeder einzelne Spieler in dieser Partie war. Und das dann eben auch das Glück dazukam.

Ähnlich war es beim 2:0 in der 63. Minute. Sören Bertrams Moment. „Ich hatte mir vorgenommen, ihn ins lange Eck zu ziehen“, sagte er dem MDR. Und was er sich vornahm, klappte in diesem Fall ideal. Der Ball senkte sich im genau richtigen Moment über Wehens Schlussmann. „So ein Freistoßtor wird auch nicht jede Woche passieren“, sagte Sven Köhler. Wieder so ein Satz, der die Besonderheit dieses Spiels ausdrücken sollte.

Besonders war dann auch der dritte hallesche Treffer. Timo Furuholm traf in der 67. Minute, aber alles sprach hinterher nur von der Vorbereitung des Tores. Osayamen Osawe war 50 Meter über die linke Außenbahn gerannt, hatte währenddessen zwei überforderte Wehener überlaufen und dann noch das Auge für den mitgelaufenen Furuholm, der nur noch ins leere Tor treffen musste.

Ein Spiel der Besonderheiten also. Ein Spiel, das den Spielern Mut machen wird. „Es war wichtig für uns, ein Spiel in der Liga zu gewinnen“, sagte Sven Köhler. Es war auch wichtig für ihn. Am kommenden Mittwoch geht es schon weiter. Dann tritt der HFC auswärts gegen Dynamo Dresden an. Unter Flutlicht. „Das ist fast wie Bundesliga“, sagte Köhler. Die kämpferische Leistung gegen Wehen Wiesbaden war das auch.